BadMom der Stunde Null


Als BadMom wurde ich schon in der Schwangerschaft abgestempelt. Warum? Aus drei Gründen: Arbeit, Ernährung, Alter.
#1 Überanstreng dich nicht
Ich habe es doch tatsächlich gewagt bis vor einer Woche vor meinem Mutterschutz zu arbeiten. Das konnte eigentlich kaum einer in meinem Umfeld verstehen. Und dann dieses ständige "Du Arme, wie lange musst du denn noch?" und "Pass bloß auf dein Baby auf". Unfassbar anstrengend. Ein Kollege sagte sogar mal zu mir, seine Frau solle überhaupt gar nicht in der Schwangerschaft arbeiten. Als ich ihm entgegnete, dass ich verdammt nochmal gerne arbeitete, sah er mich an wie ein Ufo. Das Schlimmste daran aber war, dass mein Freund und ich im selben Betrieb arbeiteten und ihm die Kollegen mit ebensolchen Sätzen noch nervöser machten, als er eh schon war. Glücklicherweise hat er mich in meiner Entscheidung unterstützt und bestärkt.
#2 Dein Kind isst/trinkt mit
Wenn man überlegt, dass Schwangere vor weniger als hundert Jahren noch regelmäßig Alkohol konsumiert haben, sollte man doch meinen, dass ein Schluck Cola nicht verpönt würde. Pustekuchen. Jeder hat seine Schwangerschaftsgelüste, das ist Fakt. Bei mir waren das Nudeln mit Butter, Feldsalat, Eiscreme und ab und an ein Schluck Cola. Ich weiß, geht gesünder. Macht mein Baby hibbelig – ganz ehrlich: ich habe das entspannteste Kind der Welt.
#3 noch ganz schön jung
Irgendwie paradox: als meine Mutter mit mir schwanger war, war sie mit sechsunddreißig eine der ältesten Schwangeren in ihrem Umkreis. Jetzt bin ich eine der jüngsten in meinem. Nein, ich bin keine Teenie-Mutti. Ich bin 24 Jahre alt. Vierundzwanzig. In meinem Alter hat meine Großmutter bereits aufgehört mit dem Kinder kriegen. Andere Zeiten. Weiß ich. Aber ist es denn so schlimm, dass ich erst Kinder und dann Karriere möchte? Ich habe bereit sechs Jahre woanders gelebt, habe eine Ausbildung gemacht, habe gearbeitet und gefeiert. Jetzt freue ich mich aufs Mamasein. Wenn da nur die mittleidigen Blicke nicht wären. Muss ich mich schämen dafür, dass ich Mama wurde fernab jeglicher Torschlusspanik? Wenn ich andere Mütter sehe, die knapp zwanzig Jahre älter sind als ich und ebenfalls ihr erstes Kind bekommen haben, scheint es mir als wollten ihre Blicke sagen: "Komm her kleines Mädchen, ich erkläre dir wie das geht!" Als ob sie dafür eine Bedienungsanleitung hätten. Überraschung: die gibt es nicht. Meinem Kind fehlt es an nichts.
Jede Frau sollte für sich selbst entscheiden dürfen, wann sie Mutter sein und werden möchte. 
Laura, 24, Mutter eines fünfeinhalbwöchigen Babys und verdammt glücklich.
Vielen Dank an Laura für diese Bad Moms Story!

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